Der Blick in die Tasse

Die so lange in Ehren gestandene Kunst des Teeblätterlesens ist auch unter dem Namen „Tasseographie“ bekannt. In einer Tasse zurückgebliebener Kaffeesatz kann in derselben Weise wie Teeblätter zum Wahrsagen genutzt werden, und einige ziehen ihn sogar vor.
Wenn man mit einer „Lesung“ beginnen möchte, ist es leichter, mit losen Teeblättern anzufangen, als mit einem Teebeutel. Wenn man aber nur einen Teebeutel hat, ist das auch in Ordnung. Man schüttet die Teeblätter oder den Inhalt des Teebeutels in einen Topf. Man bewegt den Topf leicht hin und her, bevor man den Tee ausgießt. Dann wählt man eine möglichst breite Tasse, die nicht zu tief ist.
Während der Fragestelle den Tee trinkt, sollte er sich auf das konzentrieren, was er sich wünscht. Wenn dann nur noch ein kleiner Löffel Tee übrig ist, dann übergibt er die Tasse dem Wahrsager. Der Wahrsager setzt die Tasse umgedreht auf die Untertasse und dreht sie dreimal im Kreis herum. Dadurch wird alle noch in der Tasse vorhandene Flüssigkeit entfernt. Die Zigeuner sagen, dass die Tropfen, die jetzt noch in der Tasse verbleiben, Tränen bedeuten.
Der Wahrsager setzt die Tasse nun wieder aufrecht vor sich hin und betrachtet die Formen und Figuren, die von den am Boden haftenden Teeblättern gebildet werden.
Symbole, die sich nah am Tassenrand befinden, deuten auf unmittelbar bevorstehende Ereignisse. Teeblätter auf dem Tassengrund oder gegenüber des Henkels deuten auf Begebenheiten, die weit in der Zukunft liegen und räumlich in weiter Ferne vor sich gehen.
Die Bedeutung bestimmter Symbole sind von den Zigeunern gegeben worden.
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